Wer einmal erleben möchte, wie öffentliche Fürsorge in eine bürokratische Groteske abgleiten kann, sollte sich unbedingt mit der Obdachlosenunterkunft in Birkenheide vertraut machen – ein Ort, an dem die Menschenwürde offenbar beim Eingang abgegeben werden muss.
Untergebracht wird man hier in einem Container. Nicht etwa in einem bewohnbaren Modulbau, sondern in einem verdreckten, vermüllten Blechkasten, der eher an ein entsorgtes Baustellenbüro erinnert als an einen Rückzugsort für Menschen, die ohnehin am Rande stehen. Und das nicht nur für ein paar Tage – laut Angaben der Verbandsgemeinde Maxdorf ist diese Unterkunft auf mehrere Monate ausgelegt. Eine Perspektive, die den Zustand der Anlage umso beschämender macht.
Verantwortlich für dieses architektonische und soziale Desaster: die Verbandsgemeinde Maxdorf – offenbar mit einem besonderen Talent dafür, Unterkünfte so zu gestalten, dass sie jeder Beschreibung spotten und jede Form von Respekt vermissen lassen.
Die Ausstattung? Keine Kochmöglichkeit, keine Spüle, dafür Nikotin an den Wänden und ein defekter Rollladen als Schutz vor Sonneneinstrahlung. Die Heizung? Ein einzelner mobiler Elektroradiator – vermutlich gedacht als Symbol für Wärme, real jedoch ein Sinnbild für Ratlosigkeit und Sparzwang.
Besonders hervorzuheben ist der Sanitärbereich: Die Dusche ist so verdreckt und schimmlig, dass man sich fragt, ob Hygiene hier überhaupt je vorgesehen war. Reinigungs- oder Desinfektionsmittel? Fehlanzeige. Der Zustand legt nahe: Wer hier landet, hat nichts mehr zu erwarten – außer Vernachlässigung auf Raten.
Einweisung oder Betreuung durch geschultes Personal? Fehlanzeige. Der sozialpsychiatrische Dienst? Offenbar nicht involviert. Alles wirkt nach dem Prinzip Hoffnung: Möge sich der Mensch selbst organisieren – oder möglichst bald weiterziehen.
Doch es kommt noch besser: Nach Vorlage von Fotodokumentationen gegenüber der Fachbereichsleitung – namentlich Herrn Thorsten König – wurde betont, dass „die gesetzlichen Vorgaben für Obdachlosenunterkünfte erfüllt“ seien. Welche Gesetze das sein sollen, bleibt offen. Vielleicht stammen sie aus einer Zeit, als soziale Verantwortung noch mit dem Aufstellen eines Containers abgehakt war.
Fazit: Wer wissen will, wie man mit einem Minimum an Aufwand ein Maximum an Ignoranz dokumentieren kann, ist hier genau richtig. Ein Paradebeispiel für den Satz: „Es ist alles in Ordnung – solange man nicht hinsieht.“
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Helmut Damm